Markt Hofkirchen

Die Marktgemeinde Hofkirchen von 1978 bis heute

Am 1. Mai 1978 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der bayerischen Gemeinden und auch für den Markt Hofkirchen.

Die große Gebietsreform, die sich schon über mehrere Jahre hingezogen hatte, wurde zu diesem Termin im wesentlichen zum Abschluss gebracht. Durch die Gebietsreform verringerte sich die Zahl der Gemeinden in Bayern von 7073 auf 2052, über 5000 Gemeinden wurden aufgelöst und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen.

Während sich die Gemeinden von 1970 bis 1976 noch ziemlich frei zusammenschließen konnten, war das ab 1976 nur mehr nach dem Konzeptplan der Regierung möglich.
Als eine der ersten Gemeinden haben sich schon 1970 der Markt Hofkirchen und die Gemeinde Hilgartsberg zusammengeschlossen und damit eine Gemeindegröße von ca. 1900 Einwohnern erreicht.

Nachdem aber der Staat dann Gemeindegrößen von 4000 bis 5000 Einwohnern anstrebte, musste Hofkirchen noch einmal um seine Selbstständigkeit bangen.
Es war schwierig, von umliegenden Gemeinden Gebiete zu bekommen:
Im Westen die Donau, im Süden Vilshofen, im Norden hatte sich Nesslbach schon mehr in Richtung Winzer orientiert. Erst als die Einwohnerrichtzahl auf 3000 Einwohner herabgesetzt wurde und die Regierung den westlichen Teil von Garham, der sich bei der Bürgerabstimmung für Vilshofen ausgesprochen hatte, Hofkirchen zuordnete, konnte Hofkirchen wieder auf Selbstständigkeit hoffen.

Schließlich hat der Gemeinderat von Garham in die Planung der Regierung eingewilligt und einem freiwilligen Zusammenschluss mit Hofkirchen zugestimmt. Am 1. Mai 1978 wurde der Großteil von Garham mit 1020 Einwohnern nach Hofkirchen und der nördliche Teil von Garham mit 350 Einwohnern nach Eging eingemeindet.

Mit dem Zuwachs von Garham konnte Hofkirchen selbstständige Gemeinde bleiben. Jahrelange Auseinandersetzungen gab es auch um die Ortschaft Schöllnstein. Die Ortschaft, die früher zu drei Gemeinden gehörte, sollte geschlossen zu einer Gemeinde kommen. Obwohl sich die Schöllnsteiner bei der Bürgerabstimmung am 10. Juni 1979 mit 72 % für Hofkirchen aussprachen, verfügte die Regierung, dass Schöllnstein geschlossen zu Iggensbach komme. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass der überwiegende Teil der Ortschaft bereits zu Iggensbach gehöre und Iggensbach als die kleinere Gemeinde auf Schöllnstein eher angewiesen sei als Hofkirchen. Mit Wirkung vom 1. Januar 1983 wurde Schöllnstein insgesamt in die Gemeinde Iggensbach eingegliedert.

Mit der Wahl der neuen Gemeindevertretung konnte die Gebietsreform beendet und ein neuer Anfang gesetzt werden.
Am 1. Mai 1978 übernahm Josef Weiß, von 1972 - 78 bereits Bürgermeister in Garham, das Bürgermeisteramt in Hofkirchen. In der ersten Gemeinderatssitzung am 3. Mai 1978 wurde der neue Gemeinderat vereidigt, Franz Roßgoderer wurde zum 2. Bürgermeister gewählt.