Markt Hofkirchen

Pauliskirta am 3. Sonntag im Januar in Hofkirchen (bis 2006 am 25. Januar)

Über 600 Jahre Marktgeschichte sind heute am Pauliskirta in Hofkirchen noch lebendig.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelten sich zwar das Warenangebot und die Unterhaltungsmöglichkeiten, der Grund zum Feiern aber blieb. Früher schickten die Bauern ihre besten Rösser ins Rennen, heute schicken die großen Politparteien ihre besten Zugpferde zur Pauliskirta-Kundgebung am 25. Januar nach Hofkirchen.

Der Buchner- Saal und der Gasthof zur Post sind die wichtigsten Schauplätze der Politkundgebungen. Das rege Handlungsgeschehen und die Aufgabe, das Umland mit Gewerbeprodukten zu versorgen bzw. den Bauern Absatzmöglichkeiten zu verschaffen, veranlassten im Jahre 1387 Herzog Albrecht, Hofkirchen mit einem Wochenmarkt zu privilegieren.

Dieser Grund für die Verleihung des Marktrechts ist heute wieder so aktuell wie damals, nur heute spricht man von Selbstvermarktung.
1387 wurde dem Donaumarkt Hofkirchen der montägliche Wochenmarkt zugestanden, der vor allem die laufende Lebensmittelversorgung des Ortes garantierte. Für die Versorgung der Landbewohner mit gewerblichen Produkten wurden daneben die Jahrmärkte immer wichtiger.

Im Zuge dieser Entwicklung erhielt Hofkirchen im Jahre 1414 das Privileg, drei Jahrmärkte abzuhalten. Deren Termine stimmen mit Wendepunkten im Jahreskreis des bäuerlichen Kaufpublikums überein. Der erste Jahrmarkt am ersten Sonntag im September fällt in die Zeit nach der Ernte - da waren die Bauern wieder in der Lage, Geld auszugeben. Der zweite Jahrmarkt, am 25. Januar (Pauli Bekehrung), steht am Ende des Winters - und kurz vor Beginn des neuen Arbeitsjahres an Maria Lichtmeß. Der dritte Jahrmarkt schließlich, der am ersten Sonntag nach Ostern, fällt in die Zeit des Beginns der Hauptarbeit auf den Feldern.

Zu diesen Terminen war mit entsprechenden Kaufbedürfnissen oder mit Kauffreude zu rechnen. Von diesen ehemals vier Markttagen ist nur der Pauliskirta übriggeblieben, der sich aber noch heute größter Beliebtheit erfreut. Nach vielen Schwankungen im Laufe der Jahrhunderte führte das Wiedererblühen des Pauliskirta dazu, dass der Markt ab 1893 wieder regelmäßig an seinem altüberliefertem Termin stattfand.

1924 wurde dieser Markt um eine große Attraktion bereichert, um ein Pferdeschlittenrennen oder bei Schneemangel ein Pferderennen.
Die Motorisierung und die Strukturveränderungen führten jedoch dazu, dass trotz des Engagements des damaligen Rennvereins die Pferde fehlen, 1959 fand das letzte Pauliskirtarennen statt. Ein Wiederaufleben der Schlittenrennen würde heute wohl weniger am Pferde- als am Schneemangel scheitern. Der Markt ist aber trotzdem noch ein großes Ereignis und steht daher noch heute so im Bewußtsein der Bevölkerung, wie ihn Pfarrer Penzenstadler im Jahre 1935 beschrieben hat:

"Am 25. Januar ist in der Pfarrei Hofkirchen schon seit jeher großer Jahrmarkt nach Möglichkeit mit Schlittenrennen (Pauliskirta). Dieser Tag ist kein kirchlicher Feiertag, es wird hier auch kein eigener Gottesdienst gehalten, aber es kommen an diesem Tage alljährlich hier sehr viele Leute aus Nah und Fern zusammen zur allgemeinen weltlichen Feier des Pauluskirta."

Um das Markttreiben noch besser zu beleben, findet der Pauliskirta seit dem Jahr 2007 immer am 3. Sonntag im Januar statt.